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Hotel im Bahnhofsturm: über Nacht in einem Kunstwerk

Bild: Der Turm am Oberhausener Hauptbahnhof ist jetzt auch ein Sechs-Zimmer-Hotel. (Foto: TMO GmbH, Maic Pöhler) Mit dem Hauptbahnhof ist Oberhausen nicht nur Anlaufziel Nummer Eins für die Nachbarn aus den Niederlanden, sondern auch für eine Vielzahl von Gästen aus ganz Deutschland und aller Welt. Eine so große Zahl an Besuchern und Touristen muss natürlich auch gebührend beherbergt werden. Dafür sorgen eine Vielzahl an Hotels, Ferienwohnungen und ein Hostel in der Stadt. Seit kurzem kann man dieser Zahl eine weitere Herberge hinzufügen: Der ehemalige Wasserturm des Oberhausener Hauptbahnhofs ist seit dem 1. Mai offiziell ein Hotel.

Im Rahmen des niederländischen Programms Gast.Gastgeber, einem Kooperationsprojekt der Niederlande mit der Kulturhauptstadt RUHR.2010 - im Speziellen dem Projekt Kreativ.Quartiere - und der Kunst im Turm e.V., wurde der Wasserturm von seiner ursprünglichen industriellen Bestimmung zur Gästeunterkunft auf Zeit umfunktioniert. Wo nämlich damals noch Dampfeisenbahnen mit Wasser befüllt wurden, steht nun zunächst bis Oktober eine Räumlichkeit zur Verfügung, die erlebnisreicher und ungewöhnlicher nicht sein könnte.

So wurden die insgesamt sechs Wohnräume in der vierten Etage des Turms von dem niederländischen Designer Jurgen Bey erarbeitet. Um die Gemütlichkeit zu steigern, wurde die komplette Etage mit neuem Teppich ausgelegt, die Wände der ehemaligen Büroräume jedoch blieben unbehandelt. Stattdessen wurden mit Hilfe von Vierkanthölzern Wandverkleidungen und Raumtrenner kreiert, die dem Ganzen einen rustikalen aber wohnlichen Charme verleihen. Dieses Motiv zieht sich gleichermaßen durch alle Räume.

Darüber hinaus entwickelten kleinere Designerteams vor dem Hintergrund bestimmter Themenvorgaben von Natur über Architektur bis hin zu Mode jeden Raum so, dass er dieses Thema individuell künstlerisch in Szene setzt.

Hinter Gast.Gastgeber steht ein innovatives und einzigartiges Konzept von Hans Venhuizen, dem Intendanten von Gast.Gastgeber. Zwar sind die Niederlande Gast in Deutschland, fungieren aber während des Projektes NL-RUHR.2010 selbst als Gastgeber, indem sie den Besuchern besondere Unterkünfte anbieten. Federführend verantwortlich sind sie auch für die Planung und Ausführung anderer Quartiere dieser Art, z.B. in Dortmund.

Der Umbau des Wasserturmes im Oberhausener Hauptbahnhof steht ganz im Zeichen des Wandels, den das gesamte Ruhrgebiet derzeit durchläuft. Die Umsetzung der individuellen Raumgestaltung im Zusammenspiel mit dem kreativen Umbau der ehemaligen Büroräume ermöglicht es dem Gast im wahrsten Sinne des Wortes, in einem Kunstwerk die Nacht zu verbringen. Wen diese Aussicht reizt, der kann sich unter http://www.gastgastgeber.org/ weiter informieren.