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Planen, Bauen, Wohnen / Geodaten, Vermessung und Kataster



ETRS89/UTM in Oberhausen

Die Stadt Oberhausen als Katasterbehörde wechselte mit Beginn des Jahres 2009 vom Bezugs- und Abbildungssystem Netz66/GK auf ETRS89/UTM (Europäisches Terrestrisches Referenzsystem 1989 / Universale Transversale Mercator Abbildung). Seit dem 01. März 2009 erfolgt die Datenabgabe standardmäßig in ETRS89/UTM. Der Beschluss der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltung der Länder der Bundesrepublik (AdV) zur deutschlandweiten Einführung von ETRS89/UTM wurde damit durch die Stadt Oberhausen vollzogen.

Informationen zu ETRS89/UTM:

  1. Warum wurde das neue Bezugs- und Abbildungssystem ETRS89/UTM eingeführt ?
  2. Wie ist ETRS89 definiert ?
  3. Wie ist UTM definiert ?
  4. Welche Auswirkungen hat der Wechsel nach ETRS89/UTM für den Nutzer ?
  5. Wie wird der Wechsel nach ETRS89/UTM vollzogen ?
  6. Ansprechpartner bei der Stadt Oberhausen
  7. Weitere Informationen zu ETRS89/UTM
     

1.  Warum wurde das neue Bezugs- und Abbildungssystem ETRS89/UTM eingeführt ? 

In der Vergangenheit waren die geodätischen Bezugs- und Abbildungssysteme entsprechend den lokalen Interessen der einzelnen Länder festgelegt worden. Hierdurch sind in Europa und auch in Deutschland zahlreiche verschiedene Systeme entstanden. Eine Zusammenführung der hierüber abgebildeten Geodaten ist in der Regel nur mit erheblichen Aufwand möglich. Mit der weltweiten Einführung des Global Positioning Systems (GPS) entstand daher die Forderung nach einem europaweit einheitlichen Bezugs- und Abbildungssystem.

Im Jahre 1995 hat die Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV) die Einführung des ETRS89 in Verbindung mit der UTM-Abbildung für die Bereiche der Landesvermessung und das Liegenschaftskataster beschlossen.

Die Umstellung aller Geobasisdaten auf ETRS89 wird folgende Vorteile bringen:

  • Geobasisdaten verschiedener Herkunft können problemlos miteinander verschnitten werden.
  • Fachdaten können den Geobasisdaten problemlos zugeordnet werden.
  • Positionsbestimmungen unter Nutzung des SAPOS (Satellitenpositionierungsdienst der deutschen Landesvermessung) erfolgen direkt und schnell im amtlichen Bezugssystem ETRS89
  • Die Gesamtheit der Geobasisdaten können grenzunabhängig bereitgestellt werden….

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2. Wie ist ETRS89 definiert ?

Das ETRS89 ist ein geozentrisches Bezugssystem das auf dem weltumspannenden Internationalen Terrestischen Referenzsystem (ITRS) basiert. Auf Grund der Plattentektonik und anderer globaler Einflüsse unterliegen die Koordinaten der erdfesten ITRS-Stationen einer ständigen Veränderung. Daher wurden die zum Jahresbeginn 1989 gültigen Koordinaten als Grundlage für das ETRS89 festgehalten.
 

Dreidimensionales kartesisches goezentrisches Koordinatensystem

Abb. 1

Bezugsfläche für das ETRS89 ist das geozentrisch gelagerte Erdellipsoid des Geodätischen Referenzsystems 1980 (GRS80). Das ETRS89 definiert ein dreidimensionales kartesisches Koordinatensystem mit Ursprung im Geozentrum der Erde (siehe Abb. 1).

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3. Wie ist UTM definiert ?

Für den Gebrauch im Liegenschaftskataster ist die dreidimensionale kartesische ETRS89-Koordinate wenig geeignet, es wird vielmehr ein ebenes Koordinatensystem benötigt. 

Bildliche Darstellung der Lage des Schnittzylinders bei UTM-Abbildung

Abb. 2

Hierfür wird die UTM-Abbildung genutzt: Das GRS80-Ellipsoid wird auf einen Zylinder abgebildet, der in eine Ebene abgewickelt wird. Die Breite der Projektion auf einen Streifen beträgt jeweils 6°. Um die hierbei auftretende breitenabhängige Verzerrung gering zu halten ist der Zylinder so gelagert, das er die Ellipsoidfläche in zwei, zum Mittelmeridian parallelen Linien schneidet (siehe Abb. 2). Hieraus resultiert der UTM-Maßstabsfaktor von 0,9996. Die gesamte Landesfläche von Nordrhein-Westfalen, abgesehen von zwei kleinen Zipfeln bei Aachen und Kranenburg, liegt in einem einzigen Meridianstreifen, der UTM-Zone 32 (siehe Abb. 3).


Die Lage von Nordrhein-Westfalen in der UTM-Zone 32

Abb. 3

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4. Welche Auswirkungen hat der Wechsel nach ETRS89/UTM für den Nutzer ?

Die Zahlenwerte der Koordinaten in beiden Bezugssystemen liegen weit auseinander (siehe Abb. 4). Eine versehentliche Vermischung von Koordinaten beider Systeme ist daher weitgehend ausgeschlossen.
 

Bild Vermischung von Koordinaten beider Systeme

Jedoch: Bei erfolgloser Suche mit Hilfe von Koordinatenwerten (z.B. im Geoserver oder auf einem Datenträger) könnte das falsche Bezugssystem die Ursache sein!

Auf Grund der unterschiedlichen Abbildungsvorschriften kommt es zu Unterschieden in der Berechnung von Strecken und Flächen. In der Örtlichkeit ermittelte Strecken und Flächen erfahren eine Reduktion in ETRS89/UTM. Für den Bereich der Stadt Oberhausen beträgt diese Reduktion für Strecken 0,017 m auf 100 m und 2,55 m² auf 10.000 m² (=1 ha). Moderne Software (GIS, CAD, Rechenprogramme) hat in der Regel in ihren Berechnungsroutinen die notwendigen Korrekturen implementiert.

Jedoch: Anwender, die erstmalig ETRS89/UTM-Koordinaten verwenden wollen, sollten vorab ihre Software entsprechend prüfen!

Die Koordinatengitter beider Bezugssysteme zeigen eine Verschiebung, Drehung und Maßstabsverjüngung zueinander (siehe Abb. 5). Bei Nutzung digitaler Daten wird dies in der Regel nicht wahrnehmbar sein.


 

Bild Koordinatengitter

Abb. 5

Jedoch: Bei analogen Karten ändern sich die Blattschnittwerte !

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5. Wie wird der Wechsel nach ETRS89/UTM vollzogen ?

Bereits seit Mai 2005 sind die Arbeiten zum Aufbau eines flächendeckenden Stütz- und Anschlusspunktfeldes erfolgreich abgeschlossen. Für alle Aufnahmepunkte 1.Verdichtungsstufe - AP(1) - liegen Lagekoordinaten im Bezugssystem Oberhausen „Netz 66/GK“, sowie in „ETRS89/UTM“ vor.

Des Weiteren sind alle Grenzpunkte der Katasteramtsbezirksgrenzen in ETRS89/UTM koordiniert und abgestimmt.

Zum Jahresbeginn 2009 werden mit dem Lagebezugswechsel für den ALK-Punktnachweis die Umstellungsarbeiten nach ETRS89/UTM beginnen und voraussichtlich bis zum 01.03.2009 abgeschlossen sein. Danach werden alle Geobasisdaten, Kartenwerke, welche beim Bereich 5-2 geführt werden und die Einbindung des Geoserver auf ETRS89/UTM umgestellt sein.

Die Abgabe von Geobasisdaten erfolgt ab diesem Zeitpunkt standardmäßig in ETRS89/UTM.

Für einen Übergangszeitraum können die Daten auf Anfrage in Einzelfällen auch im bisherigen Bezugssystem Netz66/GK abgegeben werden.

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6. Ansprechpartner bei der Stadt Oberhausen

Zum Thema ETRS89/UTM steht Ihnen Herr Gerd-Dieter Meyer vom FB 5-2-30 gerne zur Verfügung:
Gerd-Dieter Meyer
Technisches Rathaus, Raum A 325
Tel.: 0208 825-2519
E-Mail: gerd-dieter.meyer@oberhausen.de 

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7. Weitere Informationen zu ETRS89/UTM

Weiterführende Informationen zum Thema ETRS89/UTM finden Sie auf folgender Internetseiten:

http://www.katastermodernisierung.nrw.de/

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