Janosch - der Erzähler mit dem Zeichenstift
Mit Janosch zeigt die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen vom 26. September bis zum 16. Januar 2011 einen der wichtigsten und beliebtesten Illustratoren und Geschichtenerzähler in Deutschland. In der mit über 200 Arbeiten sehr umfangreichen Schau „Janosch - Panama und andere Welten“ wird der Künstler in originalen Aquarellen, Gouachen, Entwurfszeichnungen und Radierungen vorgestellt. Wie sehr Bild und Geschichten miteinander verwoben sind, machen die Entwürfe deutlich. Sie eröffnen einen vertiefenden Einblick in den künstlerischen Schaffensprozess des international renommierten Erzählers mit dem Zeichenstift.
Janosch, als Horst Eckert 1931 in Oberschlesien geboren, veröffentlichte über 300 (Kinder-) Bücher, die in 40 Sprachen übersetzt wurden. Daher sind kleinen wie großen Menschen seine Tiger, Bären, Tigerente und Löwen bestens vertraut. Ihm gelang es, diese wilden Tiere zu bändigen und er machte aus ihnen zahme Hausbewohner. Bär und Tiger haben uns nicht nur gezeigt, was Mut ist, und dass Panama vor der eigenen Haustür liegen kann, sondern auch, wie wichtig Freundschaft ist. Die Geschichten von Schnuddel, Kasper Mütze oder Günter Kastenfrosch beinhalten Botschaften, die nicht nur Kinder spielerisch zum Nachdenken anregen. Janosch gelingt es, generationsübergreifend Werte zu vermitteln, die Fantasie anzuregen und die Menschen zum Lachen zu bringen.
Fernab von Panama existieren aber auch andere Welten in seinem Oeuvre, die bisher weniger bekannt sind. Als Kunstmuseum der besonderen Art legt die Ludwiggalerie auf diese Werke ein weiteres Augenmerk. Janosch thematisiert seine Kritik an der Institution Kirche und zeigt in überspitzten Darstellungen das Beziehungsgeflecht zwischen Mann und Frau. Die Ausstellung arbeitet an der Figur des Bären beispielhaft auf, wie sich gewisse Motive durch das gesamte Werk ziehen und wie groß die Bandbreite einer solchen Figur zwischen Kinderbuchillustration und freier Grafik sein kann.
Wenn Reales und Fantastisches im Panama-Universum und den anderen Welten miteinander verschmelzen, wird das Phänomen Janosch erst in seiner Gesamtheit deutlich. Die Begeisterung, die der Künstler auslöst, zeigt sich seit Jahren bei Kindern wie Erwachsenen und so sind Groß und Klein, Alt und Jung, eingeladen, in die fantasievollen Bildwelten einzutauchen.
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Popular Art GmbH und http://www.janosch-ausstellung.de/. Die Peter und Irene Ludwig Stiftung, die Stadtsparkasse Oberhausen und WDR 3 Kulturpartner unterstützen die Präsentation. Ein umfassendes museumspädagogisches Angebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene begleitet die Schau. Nähere Informationen hierzu unter http://www.ludwiggalerie.de/.
Die Ausstellung „Janosch - Panama und andere Welten“ ist dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet (montags sowie am 24., 25., 31. Dezember und 1. Januar geschlossen). Der Eintritt kostet 6,50 Euro (ermäßigt 3,50 Euro), Familien (zwei Erwachsene plus Kinder) zahlen 12 Euro. Das Kombiticket mit dem Gasometer gibt es für 8,50 Euro. Jeden Sonntag wird um 11.30 Uhr eine öffentliche Führung angeboten, die im Eintrittspreis enthalten ist. Zur Ausstellung gibt es den Katalog „Janoschs phantastisches Universum“ mit einem Beitrag von Marie Rolka (80 Seiten, 18 Euro), darüber hinaus erscheint das Begleitheft „Janosch - Panama und andere Welten“ mit einem Beitrag von Jasmin Blankenburg (4 Euro).
Im Rahmen von mehreren Veranstaltungen rund um die Janosch-Ausstellung präsentiert das Literaturbüro Ruhr in Kooperation mit Ruhr.2010 und der Giordano Bruno Stiftung am Freitag, 1. Oktober, um 20 Uhr eine „humanistische Freiheitsübung-Podiumsdiskussion“ mit dem Titel „Abschiede von Himmeln und Höllen“. Es diskutieren Karen Duwe, Michael Schmidt-Salomon, Hamed Abdel-Samad, Prof. Ulla Wessels und Prof. Franz Wuketits.


